Wochende in Edinburgh Schottland mit Ryanair

Seit wir Ryanair für uns entdeckt haben habe ich schon viel von Europa gesehen. Bisher sind wir per Billigflieger nach Mailand – Italien, Frankreich – Normandie,  Portugal – Faro,  Berlin geflogen. Diesmal ging es nach Edinburgh, Schottland und es war die vielleicht beste Kurzreise, obwohl wir das nach jeden Urlaub sagen.

Zuvor ein paar Tipps an alle, die es und gleichtun wollen und mit Ryanair günstig ins Ausland fliegen, sich bisher aber nicht getraut haben… billigflieger bedeutet, dass man ein paar Unannehmlichkeiten in Kauf nimmt, notorische Motzköppe und weniger stress-resistente Menschen sollten sich auf altbewähre Reisemittel und Fluglinien besinnen.

Vor dem Buchen sollte man daran denken, dass jedes kleine Extra auch etwas Extra kostet. Egal ob Zahlungsart bei der Onlinereservierung, Sorte der Kreditkarte, die Möglichkeit als bevorzugter Gast als erster einsteigen zu dürfen oder Menge der Gepäckstücke, Zubehör für Kinder, etwa ein Kindersitz oder Kinderwagen, das Überschreiten der Höchstgewichtsgrenze, für all das zahlt man eine Extragebühr. So wird aus einem Flug, der 5 Euro pro Strecke kostet (gibt es wirklich!) schnell ein Flug aus über hundert Euro pro Strecke.

Da wir unser eigenes, kleines System haben, waren wir zu Zweit bereits für unter 50 Euro an all den oben genannten Orten.

  • Wir buchen ca 2 bis 3 Monate im voraus, sind dabei nicht auf ein Ziel festgelegt sondern schauen uns immer wieder die Angebote auf der Webseite von Ryanair an
  • An Gepäck nehmen wir ausser 1 Rucksack nichts mit, dort hinein stopfen wir alles, was wir so brauchen hinein. Gut eignet sich Kleidung, die knitterfrei und atmungsaktiv ist, bei kaltem Wetter gilt der Lagenlook
  • Essen packen wir für die Anreise zum Flughafen separat, was wir vor Abflug zu uns nehmen. Am Flughafen essen wir nicht mehr, seit wir uns auf einer Reise eine Lebensmittelvergiftung zugezogen haben
  • Reisepass,Kreditkarte, Extra Cash, Krankenversicherungskarte stets griffbereit aber gut verstaut lassen, Boardingpass, Flugticket drucken Sie am besten vor Abreise Zuhause aus, alles andere kostet extra
  • evtl schon vor Abflug Geld bei der Hausbank umtauschen, auch in Schottland zahlt man nicht mit Euros
  • Nur Kosmetikartikel in Reisegröße gut sichtbar, am besten in einem durchsichtigen, kleinen Gefrierbeutel einpacken
  • Bei allen Gepäckstücken vorabZuhause das Gewicht prüfen, um Gebühren und unnötige Wartezeit zu verhindern
  • Vor Abfertigung am Flughafen, die etwa den Reiz der Massentierhaltung hat, Boardingpass und Reisepass bereit halten und sich in die richtige Reihe stellen, wer Koffer aufgibt, muss zuvor an den Schalter. Alle anderen, die nur Handgepäck haben, gehen direkt zum Gate
  • Wenn Sie für das Preferred Seating extra bezahlt haben, dürfen Sie vor anderen Kunden in das flugzeug und einen Sitzplatz wählen, das weignet sich dann am besten, wenn man als Familie oder Reisegruppe fliegt und es evtl notwendig ist, zusammen zu sitzen. Macht man dies nicht, hat man keinen Anspruch darauf, zusammen zu sitzen
  • Während des Fluges werden Artikel verkauft, die nicht denkbar wären bei anderen Fluglinien: Rauchfreie Zigaretten für Nikotinabhängige und  Lotterietickets von Ryanair, bei denen man Geld und Autos gewinnen kann. Ansonsten wird für das leibliche wohl gesorgt mit diversen Getränken (auch alkoholisch) und Snacks, darunter gefüllte Teigtaschen, Hot Dogs etc, was logischerweise überteuert ist.
  • Im Flugzeug ist es laut und es gleicht mehr dem Hamburger Fischmarkt samt Verkaufsshow, daher sollte man entweder Ohrenstöpsel oder MP3 Player mitnehmen, um während des Fluges zu entspannen
  • Bei pünktlicher Ankunft ertönt ein lautes Trompetensignal, dass darauf hinweist, dass Ryanair die Fluglinie ist, die die meisten pünklichen Flüge innerhalb Europas hat

Unsere Route ging von Bremen nach Edinburgh, der Flug war nicht besonders spektakulär, die meiste Zeit verbrachten wir über den Wolken, das Wetter war bedeckt, aber angenehm. Nach Ankunft tauschten wir unser Geld um und im Touristikbüro direkt am Flughafen bekamen wir kostenlose Prospekte und hilfreiche Tipps. U. a. erfuhren wir dort, dass ein Bus, der im Stundentakt aus der Stadt losfährt, direkt nach Roslyn fährt (Roslyn, Roslyn Chapel, bekannt geworden u. a. durch den Film Da Vinci Code). so mussten wir nicht an einer überteuerten Busfahrt durch die Highlands teilnehmen, wer keine Angst hat Land und Leute so kennenzulernen, kann im Doppeldecker die Landschaft des Landes sehen und dort aussteigen, wo man möchte.

Die Reise über Land kostet pro Person als Tagesticket 3 Pounds

Ein Shuttlebus fuhr uns in die Innenstadt von Edinburgh, bevor wir das Hotel erreichten suchten wir nach einem geeigneten Ort um zu frühstücken, denn es war erst 8 Uhr vormittags.

Beim Bäcker erkundeten wir die Karte, die wir ebenfalls an dem Infoschalter erhalten hatten. Die aufmerksame Dame hatte den Weg und Straßennamen für uns markiert. Angekommen im Hotel war dies stilvoll und etwas altmodisch eingerichtet, wir waren noch immer etwas zu früh dran für das Check in aber das Zimmer war fertig. Nach kurzer Pause auf dem Zimmer (mit blick auf Edinbugh castle) erkundeten wir die Stadt. Dabei wurde ich fast von einem Auto erfasst, denn wie in ganz Großbritannien fahren die Autos auf der linken Straßenseite, was für uns Menschen vom Festland auch im straßenverkehr eine Umstellung bedeutet.

Man nimmt die Menschen einer Stadt nochmal anders wahr, wenn man auf Reisen ist. In Edinburg waren die Menschen besonders nett und hilfsbereit. Der Akzent, eine Mischung eines weicheren britischen Englisch und Rrrollender Rs aus dem Gaelischen war charmant und wir hatten meist keine Probleme uns zu verständigen. Bei schönstem Frühlingswetter eroberten wir  die Stadt zu Fuß. Dabei war die Architektur besonders beeindruckend. Die Gebäude erscheinen durch den Baustil älter, als sie eigentlich sind, Edinburgh gilt als Athen des Nordens, da die Architektur griechischen Gebäuden nachempfunden ist. Wir stiegen alte, steile Treppen am Hügel von Edinburgh Castle – Castle Rock, herauf, verirrten uns in engen, uralten Gassen und irgendwann endeten wir direkt im historischen und touristischen Zentrum der Stadt.

Royal Mile, so nennt sich die gesamte Gegend direkt um die Straße, die zum Castle führt. Gesäumt von Pubs, Geschäften, vollgestopft mit Kilts und Trachten, Geschenkartikeln, Whiskey und Cafes, führt eine Kopfsteinpflastergasse  direkt zur Burg, die auf dem Hügel (Castle Hill) hoch über der Stadt thront. Wie typische Touristen hielten wir nach Männern mit Dudelsack im Rock  Kilt ausschau. Es dauerte nicht lang und wir wurden fündig, dabei sind diese Instrumente viel beeindruckender und lauter, wenn man direkt davor steht. Bei genauerer Betrachtung des Mannes in historischer, Schottischer Kleidung konnte man einen gewissen Stolz, den er hatte, nachempfinden. Nachdem wir Castle Hill und anreihende Gassen erkundet hatten, waren wir von dem ganzen treppauf, trappab hungrig.

Das perfekte Cafe hatte sehr guten Cappuccino und Möhrensuppe. Die Suppe war püriert und wird mir als wahrscheinlich als die leckerste Suppe, die ich je gegessen habe, bleiben. Zudem lag es eventuell auch an dem wundervollen Ausblick, wir hatten ein historisches Panoramafenster für uns allein im ersten Stock. Außer einem älteren, sehr elegenten Herren, der eine Zeitung las hatten wir die obere Etage für uns allein, so breiteten wir alle Prospekte aus und entschiden uns dazu, als nächstes die Unterwelt Edinburghs zu erkunden. Nicht weit vom Cafe in dem wir saßen befindet sich Mary Kings Close, einer der Orte Edinburghs, an dem besonders viel paranormale Aktivität herrschen soll, oder simpel ausgedrückt, es spukt dort, wie man ab und zu auf dieser Live Webcam beobachten kann!

Ein sogenantes Close, ist eine enge Gasse, die sich im Mittelalter jeweils zwischen 6stöckigen Wohnhäusern befanden.  Dies war das Stadtzentrum, es herrschte damals ein bestialischer Gestank denn es gab keine Kanalisation,  große und kleine Geschäfte wurden auf einem Eimer verrichtet, dieser wurde auf der Straße entleert. Ein anderes Leben also, als wir es heute kennen. Heute liegen Teile dieser mittelalterlischen Straßen und Häuser unterirdisch, die Stadt hat mehre Brände hinter sich und musste mehrfach erneuert werden, so wurden neue Gebäude auf alten Grundmauern, etc erreichtet. . In diesem Labyrinth, das wie eine Zeitkapsel ist, gibt es noch ganze Wohnhäuser, Ställe, Straßenabschnitte und so manch einer will dort einen Geist gesehen haben. Der Besuch dieses Ortes war sehr beeindruckend, die Schauergeschichten des Mannes, der uns durch die historischen Gassen führte sowie die historische Kleidung und der Akzent den er sprach, taten den Rest und wir gruselten uns . Nach diesem Besuch in der Unterwelt Edinburghs hatten wir einen besseren Eindruck, wie das Leben sich in dieser Stadt im Mittelalter abspielte. Daraufhin unternahmen wir noch einen kurzen Abstecher in das moderne Edinburgh und gingen in der sogenanten Mall, dem Einkaufzentrum mit Modegeschäften. Dies war notwendig, um für die daheimgebliebenen Geschenke einzukaufen, denn am nächsten Tag hatten wir vor, die Stadt zu verlassen. Wenn wir auf reisen sind, befragen wir stets die Menschen im Ort nach ihrem persönlichen Lieblingsrestaurant.

Da uns bereits mehrere Schotten das Mussel Inn empfohlen hatten, begaben wir uns abends dorthin. Dies war laut unserer Tippgeber das beste Seafood Restaurant, in dem es lokale Muscheln, Austern, Krebse und natürlich Fish und Chips in allen möglichen varianten geben sollte. Details nannte man uns nicht, doch offenbar kannte Jeder dieses kleine, etwas versteckte Restaurant, das einfach aber freundlich eingerichtet war. Die Karte versprach frische Krustentiere, und unsere Erwartungen wurden weit übertroffen, als meinem Mann ein ganzer Topf voll Muscheln aufgetischt wurden. Ich gebe zu, Muscheln waren auch nicht immer meine Leibspeise, aber über 12 jahre in Maryland, USA, an der Chasapeake Bay, haben mich zu einen seafood Fan werden lassen. Auch in norddeutschland gibt es viel frischen Fisch, der heute leider nicht mehr lokal gefangen wird von kleinen Fischerbooten, sondern meist von Riesentrawlern. Gute Muscheln, austern und Krebse zu bekommen ist in Bremerhaven leider nicht so einfach, darum war dies für uns ein kulinarisches highlight, dass sogleich auch das Heimweh und Appetit auf Marylands Steamed Blue Crabs etwas linderte. Nach vielen Eindrücken und einem sehr angenehmen Abend mit gutem Wein und Essen begaben wir uns richtung Hotel, von unserem Bett aus schauten wir durch ein rundes Fenster, direkt auf das beleuchtete Castle Hill.

 Ich wachte selig auf und sah Castle Hill von meinem Bett aus, wir hatten Glück, denn das Wetter war windstill und sonnig. Geplant waren eine weitere, kurze Exkursion der Stadt sowie Besuch von Roslyn Chapel, die eine aussergewöhnliche Architektur besitzen sollte und mir zudem ein Begriff war aus dem Film Da Vinci Code.

Doch zuerst  stand mir eine Mutprobe bevor, ich hatte geprahlt ich würde das traditionelle Frühstück Haggis probieren. Was ist Haggis? Im Geschmack in etwa zu vergleichen mit dem amerikanischen Scrapple oder in der Konsisteny ein bischen so wie die Norddeutsche Grütz oder Pinkelwurst. Haggis ist eine Spezialität aus der Schottischen Küche und besteht aus dem Magen eines Schafes, der mit den Innereien und, Nierenfett vom Schaf, Zwiebeln und Hafermehl gefüllt wird. So begaben wir uns zum Frühstück in die erste Etage des Hotels und bestellten ein warmes Frühstück, ich erhielt Eier, Toast und Haggis! Es sah unappetitlich aus, und ich entschied mich es nicht zu fotografieren, geschmeckt hat es aber dann doch ausgezeichnet.

Es war noch recht früh am morgen und wir wollten unbedingt noch Nelson Monument besichtigen, von hier so hiess es, macht man die besten Fotos von Old Town und Castle Rock. auch das Nelson Monument liegt auf einem Hügel, Calton Hill. Auf dem Weg zu Calton Hill kamen wir an einem Friedhof vorbei, Old Calton Burial Grounds. Dies ist ein sehr alter, etwas heruntergekommener Friedhof. auf dem dennoch einige wichtige  historischen Figuren der Stadt begraben lagen. Wir haben Grabsteine gefunden, die über 400 Jahre alt waren. Hier begegneten wir hier einem uns vertrauten Gesicht, Herrn Abraham Lincoln, oder besser gesagt einer Statue und einer Gedenktafel, die an  Schottische Männer erinnert, die in den USA ihr Leben ließen. Das sog. Scottish American Memorial

Wer sich für alte Friedhöfe interessiert, der ist in Schottland gut aufgehoben und kann vieles entdecken, dass einem das blut in den Adern gefrieren lässt. Auf dieser Webseite kann man erfahren, was derzeit dazu getan wird, um die historischen Friedhöfe wie diesen vor dem völligen Verfall zu bewahren, es ist eine eingetragene Unesco World Heritage Site.

Meine Faszination mit alten Friedhöfen teilen sicher nicht viele Menschen, doch wenn ich reise begegne ich nicht nur den Menschen, sondern beschäftige mich auch mit ihrer Geschichte und Kultur. Religion spielt dabei eine große Rolle, und wenn dieser Glaube meiner ist, so finde ich in jeder Stadt und vor allem in jedem Land finden sich immer wieder neue Bräuche, wie man Toten gedenkt und dafür auch sorgt, dass sie nicht in Vergessenheit geraten.

Die Gräber dieses Friedhofs haben einen tiefen Eindruck hinterlassen, allerdings war der Friedhof, wie zuvor angedeutet in keinem guten Zustand und ich freue mich zu lesen, dass Restaurierungsarbeiten geplant sind.

Nach diesem Zwischenstopp ging es nun weiter, den Hügel hinauf, zum Calton Hill. Hier wollte ich die Stadt aus einem anderen Blickwinkel, nämlich von oben, fotografieren. Ich hatte zuvor Postkarten entdeckt, die Perspektive von hier aus war sehr interessant, auch der Hügel selbst war ein beliebter Ausflugsort. Hier begegneten sich Jogger und Hundeliebhaber. Hinter einem Monument entdeckten wir weniger appetitliche Hinterbleibsel.  Kondome? Wochen nach dem Urlaub fand ich heraus, dass dies offenbar auch beliebter Treffpunkt der Homosexuellen Szene ist, hier trifft man sich für gelegentliche Abenteuer. Mal abgesehen von dieser kleinen pikanten Tatsache muss ich gestehen, dass es ein sehr wunderbarer Ort ist, um sich bei kristallklarer Nacht Stadt und sterne zusammen anzusehen.

Das war also Edinburgh, und während ich noch weitere 100 Fotos aus dieser Perspektive aufnahm, war mein Mann bereits gedanklich in Roslyn Chapel. mich, dass wir noch viel vorhaben.

Ich musste darüber lächeln, dass Amerikaner stets in Eile sind und nur selten die Welt um sich in vollen Zügen geniessen konnten, dafür wollten sie soviel wie möglich im Schnelldurchlauf. In europa ticken die Uhren etwas langsamer. Das ist eines der Dinge, die ich hier neu lernen musste, bewusster leben.

Von Calton Hill begaben wir uns zum Busbahnhof der Stadt und kauften dort die Tagestickets für unseren Tagesausflug nach Roslyn. Der Verkehr in Edinburgh ist und bleibt mir ein Buch mit sieben Sigeln, keine Stadt hat mich mehr verwirrt. Nicht nur dass die Autos verkehrt, also links fahren, auch die Straßen sind scheinbar planlos angeordnet worden und so dauerte es etwas, bis wir den richtigen Bus entdeckt hatten. Dieser fuhr über Land und hielt unter anderem auch in Roslyn. Fast alle Busse waren Doppeldecker, begehrter platz ist ganz vorn, oben, wo man den besten Ausblick hat. Das war dann auch prompt der Sitz, den wir ergattern konnten und so hatten wir eine fantastische Reise durch das Umland von Edinburgh, die nach Roslyn führte.

Es war überaus angenehm, einmal kein Auto zu mieten, wie wir es sonst auf unseren Reisen machten. Ich wäre garantiert als Geisterfahrer auf der falschen Spur gelandet, und damit wäre der Urlaub scnell vorbei gewesen. Es war sehr leicht mit Menschen ins Gespräch zu kommen, und jeder war sehr stolz auf sein Land, seine Kultur und wollte dies mit uns teilen. Umso länger wir hier waren, umso mehr entdeckten wir die vielen Facetten des Landes, unsere Klischees sind wie so oft nur ei kleiner Teil dieser Kultur. Und ch glaube, ich habe mich verliebt in Land und Leute

In Roslin angekommen, dass manchmal auch mit y oder 2 S geschrieben wird, war es fast so, als wäre ich hier schon einmal gewesen. Der Ort hat etwas vertrautes, ist nicht besonders groß und birgt ein Geheimnis, eine Kapelle oder Kirche, die wie keine weitere ist! Die Architektur ist nicht nur unbeschreiblich, sondern auch mystisch und im Gegensatz zu vielen anderen Kirchen hat diese eine sehr warme, feminine Wirkung, überall sind Symbole der Fruchtbarkeit, auch heidnisch, mythologische Gesichter sowie geheime Symbole oder vermeintlichen Tempelrittern und Bildergeschichten aus der bibel, versteckt in der üppigen Verzierung von geschlungenen Säulen und Rosetten. Da das Fotografieren des Innenraumes streng verboten ist, habe ich mich in die abgelegenden Teile geschlichen, unter anderem auch die Crypt oder Gruft, in dem ein Tempelritter begraben sein soll, hier soll auch der berühmte Schatz der Tempelritter begraben liegen. Wahrscheinlich wird so bald niemand nach diesem Schatz graben, denn Roslyn lebt von der Mystik und dem Tourismus all jener, die ebenso fasziniert von der Geschichte sind, die der Film Da Vinci code nur teilweise aufgreift.

Die offizielle Webseite von Rosslyn Chapel hat ein paar beeindruckende, histrische Fakten und Bilder, enttäuscht war ich davon, dass aus diesem einst etwas verlassenen Kleinod eine touristische Pilgerstätte im amerikanischen Stil wurde, wohl auch dank des Films. Man darf auch ohne Blitzlicht nicht fotografieren und jeder, der den Innenraum der Kapelle sehen will, muss sich vorher anmelden und Eintritt zahlen. Dagegen ist nichts auszusetzen, schließlich will man das Gebäude erhalten und das kostet Geld. Der Vorbau, in dem sich MuseumShop, Cafe und Toilletten befinden passt jedoch nicht zum Landschaftsbild.

Eigentlich wäre es jetzt Zeit für ein Mittagessen gewesen, doch wir waren so voller Eindrücke, und konnten nicht fassen, hier gewesen zu sein, dass wir darüber jeden Hunger vergaßen. Von diesem Ort konnten wir und nur schwer trennen, hier herrschte eine unsagbar schöne Stille. Nun waren wir schon über 24 Stunden in Schottland und hatten bisher noch keinen Schottischen Whiskey noch die traditionellen Fish und Chips probiert. Das ging ja garnicht!

Merkwürdig, in Italien musste es eine Pizza sein, in Frankreich Käse und in Portugal Steak vom Iberischen Schwein und Wein. Dabei wäre ich sehr amüsiert über Jeden, der aus dem Ausland nach Deutschland kommt, als erstes auf der Autobahn fahren , Frauen im Dirdl sehen, Sauerkraut und deutsches Bier probieren möchte. Dennoch, wir erkundeten uns im Pub, wie weit es von hier aus mit dem Bus bis zum Meer war. Eine Stunde war die Antwort, das erschien mir nicht lang, da unser Bus auch nur alle stunde fuhr, hatten wir noch etwas Zeit für einen Kaffee.

Auf unserer Karte von Edinburgh und Umland entdeckten wir kurioserweise einen Ort, der wie der Heimatort meines Mannes in den USA heisst, Joppa. Der Entschluss war gefallen, wir wollten dorthin, ausserdem lag es am Meer, perfekt. Gesagt, getan, wir fuhren zuerst zurück nach Edinburgh, von dort aus stiegen wir um und fuhren nach Joppa. Die Busfahrt wurde länger als wie geplant, das Wetter an der See auch rauher. Zudem fing es an zu dämmern und meine Laune ging dahin als ich vergeblich ein stilles Örtchen suchte. Wir waren auf dem Rückweg vom Strand, suchten eine Bushaltestelle mit einem bus, der uns nach Edinburgh bringt. hier gab es weder Bushaltestelle, noch keine Geschäfte oder Restaurants. Zudem verliefen wir uns, bis wir irgendwann ein Hotel entdeckten und ich dort zu den öffentlichen Toiletten fast rannte. Hier wollten wir einen Moment rasten und weil die Küche noch nicht geäffnet hatte, entschieden wir uns dazu, einen Kakao zu bestellen. Dieser war die Entschädigung für den unnötigen Abstecher zum Strand (im März).

Wer hat den Schotten das Rezept für den perfekten Kakao geliefert und warum hat es mir vorher niemand gesagt? Darf ich vorstellen, dies ist die Perfekte Tasse Kakao, excuse me, Hot Chocolate with Minimarshmallows andWhipped Cream.

Ja, richtig erkannt, eine Kalorienbombe und so unglaublich lecker, dass ich jetzt wieder die nötige Energie hatte, die ganzen 3 Meilen die wir gelaufen sind, zurückzugehen und hoffentlich  in den richtigen Bus zu steigen.  Ich hatte wiesder bessere Laune, Klischee hin oder her, wir wollten ein Pub von innen sehen, Fish und Chips bestellen und mindestens einen Whiskey probieren. Unsere Reise näherte sich langsam dem Ende. Am darauffolgenden Tag, früh am morgen ging es zurück nach Bremen, doch daran wollte ich noch nicht denken.

Stolz kann ich berichten, dass ich all das bekam, um meinen Schottlandurlaub perfekt abzurunden, Whiskey, Fish and Chips und der Besuch in einem Pub in dem der Kamin knisterte, die Männer laut waren und die Einrichtung alt, dunkel und rustikal, der Mann hinter der Theke, ein echter Gentleman mit viel Ahnung von seinem Metier. Hier verbrachten wir die letzten entspannten Momente in Edinburgh. Am nächsten Tag standen wir bereits um 5 Uhr auf, viel zu früh für Frühstück im Hotel. wir wollten unsere Hotelrechnung zahlen, der mann an der Rezeption kam leider nicht mit dem Kartenlegegerät zureckt. wir joggten zur nächsten Bank, unseren Bus zum Flughafen wollten wir nicht verpassen. Irgendwie lief an diesem Morgen einiges schief, ein Bus fuhr uns vor der Nase weg, dann rannten wir zur falschen Haltestelle, verpassten wieder einen Bus aber wie durch ein Wunder erreichten wir das Gate zu unserem Flug gerade noch rechtzeitig, dann ging der spaßige und laute Flug mit Ryanair zurück, nach Bremen. Ich hatte zwar keine Kopfhörer oder Ohrenstöpsel dabei, irgendwie habe ich dennoch sehr gut im Flugzeug geschlafen.

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